Christen über die Corona-Krise, über uns, über Gott und die Passionszeit

Ein Wort von Christen über die Corona-Krise, über uns, über Gott und die Passionszeit

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

schon vieles ist über die Corona-Krise geschrieben und gesprochen worden. Wir sind dankbar und unterstützen die Entscheidungsträger und die Menschen, die in den für uns lebenswichtigen Berufen die Stellung halten und hoffen, dass die Wissenschaftler bald Lösungen aus der Krise finden. Wir leiden mit denen, die durch die Krise in große Not gekommen sind, weil sie um ihre Angehörigen bangen oder schon trauern, weil sie in existenzielle wirtschaftliche Nöte gekommen sind, oder weil ihnen die Fürsorge für die Kranken physisch und psychisch über die Kräfte geht. Und wir beten für sie alle! Wir freuen uns über viele Zeichen der Solidarität und Hilfeleistungen in unserer Bevölkerung – ja und wir ärgern uns auch über manchen Egoismus, der zu Tage tritt, wiewohl wir manchmal uns leider auch selbst dabei ertappen.

Als Christen möchten wir aber noch auf einen Aspekt unseres Lebens und auch dieser Krise hinweisen, den die säkulare Öffentlichkeit naturgemäß nicht so auf dem Schirm hat: Was hat Gott, die Corona-Krise, Karfreitag und Ostern miteinander zu tun?

In der Bibel, die für sich in Anspruch nimmt, das Wort Gottes für unsere Welt zu sein, finden wir Berichte, die viel mit unserer heutigen Zeit zu tun haben könnten. Immer wieder lesen wir, wie verschiedene Völker, auch Gottes Volk Israel, in große Not geriet. Das waren oft „Heimsuchungen“ etwa durch Kriegswirren, Krankheiten und Seuchen. Gott suchte sein Volk „heim“, denn sie waren ihm verloren gegangen. Durch langen Frieden und großen Wohlstand geriet Gott in Vergessenheit. Man brauchte ihn ja nicht mehr. Es lief ja alles soweit gut. Dann kam die Not.

Und das Erstaunliche geschah: Auf einmal wussten die Leute wieder, dass sie selbst keine Lösung hatten für ihre tiefen Probleme. Ihnen wurde bewusst, dass sie den lebendigen Gott dringend wieder einbeziehen mussten in ihr Leben. Dass dieser Gott ein ernstzunehmender ist. Und dass sie wieder nach ihm, nach seinem Willen fragen mussten. Neu wurde klar: Wenn keiner mehr helfen kann: Gott kann noch helfen. Gott lässt sich von seinen Menschen bitten, auch wenn sie in großer Distanz von ihm leben. Gott sehnt sich immer danach, den Menschen helfen zu dürfen. Und wenn die Menschen sich dann wieder neu an Gott wandten, war das oft die entscheidende Hilfe für das bedrängte Volk.

Viele Jahre später kommt Gott selbst in Jesus auf diese Welt. Er möchte seine Botschaft nicht mehr nur durch menschliche Propheten ausrichten. Er will selbst mitten in das Geschehen kommen. Jesus lädt – auch heute noch – zu sich ein: „Kehrt um und glaubt an die gute Botschaft Gottes für diese Welt“. Dass nämlich Gott seine Menschen sucht. Dass er sie halten und führen will, gerade in Situationen, in denen keiner mehr weiß, wo’s lang geht. Die Gute Botschaft Gottes für uns ist, dass Gott die Beziehung zwischen ihm und uns wieder herstellen möchte, obwohl wir sie einseitig und schuldhaft zerbrochen hatten – aus Versehen oder bewusst. Deshalb Karfreitag: Das Weltereignis, in dem Gott selbst diese Schuld auf sich genommen hat und unsere Todesstrafe erlitt, damit wir leben können. So hat er den Weg zurück zu ihm wieder frei gemacht. Seit Karfreitag gilt das Wort von Jesus: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“. Seine Türen, besser: Seine Arme sind offen. Für jeden von uns!

Sollten wir die Erschütterung, die uns durch die Corona-Krise getroffen hat, nicht als Ruf Gottes zurück zu ihm verstehen? Sollten wir ihn nicht wieder um Hilfe bitten? Sollten wir die Zeit, die viele von uns nun haben, nicht nützen, um uns Gott wieder zu nähern? Sollten wir uns nicht gerade jetzt, in der Zeit von Karfreitag und Ostern, neu damit beschäftigen, was der lebendige Gott uns zu sagen hat? Am besten kann man das tun, wenn man die Bibel aufschlägt. Sie könnten zum Beispiel im Lukasevangelium im Neuen Testament zu lesen beginnen. Und vertrauen Sie darauf, dass Gott selbst Ihnen begegnen möchte. Sie können auch mit ihm reden: Er hört, ob Sie laut oder leise reden – wie wenn er sichtbar da wäre. So naht man sich Gott!

Jesus hat den Grund seines Kommens auf diese Erde so zusammengefasst:
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen, eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. (Johannes 3, 16+17)

Übrigens: Die Geschichte von Karfreitag und Ostern findet man z.B. im Bericht über das Leben von Jesus, wie es Matthäus aufgeschrieben hat (Matthäus-Evangelium, ab Kapitel 26).

Seien Sie Gott befohlen. Er sucht Sie! Und er lässt sich finden von uns!