Verlautbarung

Gemeinsame Verlautbarung über das künftige

Verhältnis zwischen Ev. Kirchengemeinde und Württ. Christusbund

in Hattenhofen

 Jesus betete: „Ich bitte für sie … dass sie eins seien wie wir.“ (Joh. 17, 9+11)

Im Nachdenken über diese Bitte Jesu an Gott und aufgrund der teilweise leidvollenErfahrungen der letzten Jahre und Jahrzehnte, die auf beiden Seiten Irritationen und Abwehr sowie persönliche Verletzungen erzeugt haben, haben es der Kirchengemeinderat der Ev. Kirchengemeinde Hattenhofen und der Bruderrat des Württ. Christusbundes in Hattenhofen für notwendig erachtet, sich in mehreren Gesprächen gegenseitig neu wahrzunehmen und erklären nun gegenseitig:

  1. Wir bedauern es, dass die Ev. Kirchengemeinde und die Ev. Landeskirchliche Gemeinschaft des Württ.Christusbundes sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit zunehmendem Misstrauen und wachsender Ablehnung begegnet sind. Wir bitten Gott und einander herzlich um Vergebung, wo man den jeweils anderen lieblos behandelt hat und ihm mit Misstrauen begegnet ist.

Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Eph 4,32)

2. In der Gewissheit, dass Württ.Christusbund und Ev. Kirchengemeinde ihre gemeinsamen geistlichen Wurzeln in der Reformation Martin Luthers haben und beide gleichermaßen auf dem Boden der evangelisch-reformatorischen Glaubensbekenntnisse stehen und arbeiten, wünschen wir ein offenes,vertrauensvolles und partnerschaftliches Verhältnis zueinander, wie es in der Erklärung zwischen Evangelischer Landeskirche und Landeskirchlichen Gemeinschaften, dem sog. „Pietisten-Reskript 1993“ erklärt wurde.

Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Röm 15,5-7)

  1. Wir sind uns bewusst darüber, dass es Unterschiede in der Bibelauslegung gibt, meinen aber, dass diese Unterschiede uns nicht trennen sollten. Vielmehr wollen wir die Besonderheit und Eigenständigkeit des Anderen wertschätzen. Wir teilen aber das Verständnis Martin Luthers, dass sich die Heilige Schrift durch sich selbst auslegt und sich so selbst bestätigt (sola scriptura). Auch sind wir uns bewusst darüber, dass es Unterschiede in der Verkündigungs- und Glaubenspraxis gibt. Darin sehen wir aber keine gegenseitige Konkurrenz, sondern vielmehr eine Bereicherung.

Ertragt einer den anderen in Liebe und seid darauf bedacht zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ (Eph 4,2-3)

4. Aus dieser gemeinsamen Erkenntnis über unsere Beziehung in Vergangenheit und Gegenwart wollen wir gemeinsame Schritte wagen, um das Evangelium zu verkündigen. Konkret beabsichtigen wir zunächst, uns künftig einmal im Jahr auf Leitungsebene auszutauschen. Insoweit sich daraus Ideen und Anliegen für eine punktuelle Zusammenarbeit ergeben,wollen wir diese im Vertrauen auf Gott angehen.

Denn Gott ist`s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Phil. 2, 13)

Hattenhofen, den 13. November 2016

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Für die Ev. Kirchengemeinde                                                                                               Für den Württ. Christusbund

Pfarrer Andreas Vix                                                                                                            Gemeinschaftsleiter Daniel Hoffmann

Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß da einträchtig nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. Und es ist nicht nötig zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allenthalben gleichförmige Zeremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden....“

Augsburgisches Bekenntnis 1530, 7. Artikel, Von der Kirche

Mehr zur Verlautbarung

Hier gibt es den Text der Verlautbarung zum Download

Und hier den Bericht zur Feier der Verlautbarung aus dem Ev. Kirchengemeindebrief  (Winter 2016 - Nr. 129).